Schneeschuhwandern & Naturschutz


Schneeschuhwandern entwickelte sich in den letzten Jahren zu einer Trendsportart im Bayerischen Wald. Gerade am Dreisesselmassiv zieht es Wochenende für Wochenende die Freizeitsportler auf den Berg.

Grund für die immer größere Beliebtheit ist unter anderem, dass Schneeschuhwandern eine Freizeitaktivität darstellt, die dem Bedürfnis des modernen Menschen nach Naturerlebnis und Entschleunigung vom hektischen Alltag in sehr hohem Maße entspricht. Im Dreisesselmassiv bescherte Orkan Kyrill im Winter 2007 dem Schneeschuhwanderer zudem herrliche Ausblicke, oft bis zu den Alpen. Die Freiflächen im Naturschutzgebiet Hochwald scheinen die Schneeschuhgeher geradezu magisch anzuziehen.

Das Wandern in der unberührten Winterlandschaft und das Hinterlassen seiner eigenen Spur im Schnee sind Bestandteile dieses Bedürfnisses nach Naturerlebnis und Verbundenheit mit der Natur.

Zur hohen Attraktivität der Sportart kommen die niedrigen Einstiegsbarrieren hinzu: Schneeschuhwandern kann von Menschen aller Altersklassen und mit vergleichsweise geringen Ausgaben und Kosten für Material, sowie ohne spezielle Ausbildung ausgeübt werden.

Schneeschuhwanderer bewegen sich – anders als Skifahrer, Skilangläufer oder Wanderer – unabhängig von Pisten oder Wegen durchs Gelände – eine „automatische“ Lenkung ergibt sich daher nicht; und mit Schneeschuhen werden Gebiete erreicht, die sonst zu Fuß im Winter unzugänglich sind.

Was des Einen Freud ist des Anderen Leid. So schön das Wandern in unberührter Landschaft auch ist, wir sind dazu verpflichtet, überwinternde Tiere nicht zu stören und nachwachsende Bäume nicht zu zerstören.

Der Winter ist aus mehreren Gründen für viele Tierarten eine besonders harte und schwere Zeit: Reduziertes Nahrungsangebot, weniger bis kaum Versteckmöglichkeiten, niedrige Temperaturen im Minusbereich und erschwerte Bewegungsmöglichkeiten im Tiefschnee. Wenn Wildtiere überrascht werden, flüchten sie panikartig. Kommt dies öfter vor, können daraus lebensbedrohliche Situationen entstehen: Bei Flucht, vor allem im hohen Schnee wird viel Energie verbraucht, die die Tiere eigentlich für das Überleben im Winter und die Fortpflanzung im Frühjahr benötigen.

Ein Aufschrecken, der sonst in ungestörter Umgebung lebenden Tiere, zehrt an den spärlichen Winterreserven und kann der sichere Tod sein. Wegen der beeindruckenden Felsformationen und der naturnahen Hochlagenwälder wurde auf bayerischer Seite bereits 1938 ein 268 ha großer Bereich des Grenzkamms zwischen Hochstein und Dreiländereck als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Inzwischen gehört dieses Areal zusammen mit dem angrenzenden Šumava-Nationalpark und den oberösterreichischen Hochlagenwäldern als sogenanntes Fauna-Flora-Habitat-Gebiet zum europäischen Schutzgebietsnetz „Natura 2000“.

Zum Schutz des vom Aussterben bedrohten Auerhuhn-Vorkommens ist ein striktes Wegegebot erforderlich. Nur noch wenige Exemplare dieses einst für den Bayerischen Wald charakteristischen großen Waldvogels leben am Dreisessel.

Gerade im Winter können schon geringfügige Störungen zum Aussterben der seltenen Auerhühner im Gebiet führen. Bitte beachten

Was können wir tun ?

  • Unternehmen Sie Ihre ersten Touren mit einem Führer
  • Lassen Sie sich aufklären über Ruhezonen, Futterzonen und Wege
  • Meiden Sie sensible Gebiete
  • Bitte benutzen Sie nur markierte Wege
  • Laufen Sie nicht kreuz und quer durch den Wald
  • Beachten Sie Ruhezonen und Schutzgebiete der Wildtiere
  • Umgehen Sie Futterstellen
  • Vermeiden Sie unnötigen Lärm
  • Vermeiden Sie die Beschädigung junger Bäume und Sträucher
  • Nehmen Sie Ihren Abfall wieder mit und verlassen Sie Ihren Rastplatz so sauber, wie er vorher war

Hier gibt es ein Informationsblatt zum Thema Schneeschuhwandern am Dreisessel, Bayerischer Wald mit dem Titel “Winter im Naturschutzgebiet Hochwald“ als Download.

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